Laserklassen beziehungsweise Laserschutzklassen sind unerlässlich für die Bewertung der Augensicherheit von Lasermodulen. Deshalb werden von Z-LASER gefertigte Laser einem anspruchsvollen, normgerechten Prüfverfahren unterzogen, um die Kriterien der Norm DIN EN 60825-1 zu erfüllen. Der Prüfaufbau simuliert dabei das menschliche Auge bei völliger Dunkelheit mit maximal geöffneter Pupille. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über Prüfaufbau, Messablauf und Kennzeichnung im Rahmen der Laserklassifizierung bei Z-LASER.
Warum wird Laserklassifizierung vorgenommen?
Die Laserklassifizierung ist die Grundlage für die Einstufung der Augensicherheit und die daraus abgeleiteten Schutzmaßnahmen für Anwender beim Einsatz der Lasermodule. Nach der Klassifizierung erhält das Lasermodul einen Warnaufkleber, der die jeweilige Laserklasse auf einen Blick ausweist.
Grundlage der Laserklassifizierung: Die Norm DIN EN 60825-1
Die international gültige Norm DIN EN 60825-1 legt fest, wie die Laserklassifizierung für ein Lasermodul durchzuführen ist. Sie definiert die Anforderungen und Messbedingungen und schafft damit die Grundlage für eine standardisierte und nachvollziehbare Einstufung der Laserklasse. Die Norm gibt etwa vor, in welchem Abstand gemessen wird, welche Blenden und Linsen verwendet werden dürfen und wie der Prüfablauf definiert ist. Das stellt sicher, dass die Laserklassifizierung nach einem einheitlichen und nachvollziehbaren Verfahren erfolgt.

Der Prüfaufbau: Die Simulation des menschlichen Auges
Die Klassifizierung der Laserklassen erfolgt unter sogenannten restriktiven Bedingungen. Das heißt, der Prüfaufbau bildet das menschliche Auge in einem „Worst-Case-Szenario“ ab, also bei völliger Dunkelheit mit maximal geöffneter Pupille. So wird die Laserklassifizierung unter definierten, normgerechten Messbedingungen durchgeführt.
Eine Blende mit genormter 7-mm-Öffnung wird vor dem Messkopf eingesetzt. Sie entspricht der maximalen Öffnungsgröße der menschlichen Pupille in absoluter Dunkelheit. Hinter der Blende befindet sich eine nachgeschaltete Kollimatorlinse, die die Augenoptik im Messaufbau nachbildet und die normgerechte Messsituation herstellt. Die Laserstrahlung wird dabei durch die 7-mm-Öffnung begrenzt.
Messung entlang der gesamten Laserlinie
Der Messkopf wird mithilfe einer mehrachsigen Verfahreinheit systematisch entlang der projizierten Laserlinie bewegt, sodass jeder Abschnitt der Laserlinie vermessen wird. Auf diese Weise wird der restriktivste Fall ermittelt, nämlich der kritische Punkt, also der Punkt mit dem höchsten Messwert (Maximalwert) entlang der Laserlinie. Dieser Maximalwert ist maßgeblich und bildet die Grundlage für die Zuordnung zu einer Laserklasse.
Eine spezielle Software wertet den Maximalwert (restriktivster Fall) normgerecht aus und ordnet das Lasermodul anhand der Grenzwerte der DIN EN 60825-1 der entsprechenden Laserklasse zu. Die Ergebnisse sind nachvollziehbar dokumentiert, sodass Einstufung und Kennzeichnung eindeutig ableitbar sind. Zusätzlich wurde die Software bei Z-LASER so angepasst, dass sie die Grenzwerte der benachbarten Laserklassen mit ausgibt.

Fazit: Transparente und normgerechte Laserklassifizierung nach DIN EN 60825-1
Durch das normgerechte, anspruchsvolle Prüf- und Klassifizierungsverfahren werden die Laserklassen der von Z-LASER produzierten Lasermodule gemäß DIN EN 60825-1 standardisiert ermittelt und dokumentiert, um die Anforderungen der Norm an die Laserklassifizierung und die Kennzeichnung am Produkt zu erfüllen. Der Prüfaufbau bildet das menschliche Auge im „Worst Case“ nach; die Messung ermittelt den restriktivsten Fall entlang der Laserlinie, und die Software übernimmt die normgerechte Auswertung für die Laserklassenzuordnung. Damit haben Anwender eine verlässliche Grundlage für die Sicherheitsbewertung und die Risikobeurteilung, insbesondere im Hinblick auf die Augensicherheit und die erforderlichen Schutzmaßnahmen.
Sie haben Fragen zu den Laserklassen oder zur normgerechten Laserklassifizierung? Kontaktieren Sie Z-LASER. Unsere Experten unterstützen Sie gerne und unverbindlich.
Häufig gestellte Fragen
Die Norm EN 60825-1:2014/A11:2021 gibt einen streng standardisierten Rahmen vor, um eine Laserklasse objektiv und reproduzierbar zu bestimmen. Die Klassifizierung basiert dabei nicht nur auf der reinen Ausgangsleistung, sondern auf einer Messung unter exakt definierten Bedingungen: Die Norm legt den genauen Messabstand fest, in dem gemessen werden muss, um reale Anwendungsszenarien zu simulieren. Außerdem ist eine 7‑mm‑Messblende vorgeschrieben, deren Durchmesser die maximal geöffnete Pupille des menschlichen Auges und damit den physikalischen „Worst Case“ des Lichteintritts nachbildet. Hinter dieser Blende wird eine spezielle Kollimatorlinse eingesetzt, die die Optik des menschlichen Auges simuliert. Für die Einstufung gilt zudem immer der restriktivste Fall: Herangezogen wird nicht ein Durchschnittswert, sondern der Punkt mit der höchsten gemessenen Leistung („Hotspot“)“. Nur durch die konsequente Einhaltung dieser einheitlichen Kriterien ist sichergestellt, dass die zugewiesene Laserklasse eine verlässliche Aussage über die Augensicherheit trifft.
Eine Laserlinie ist selten vollständig homogen, sondern weist fast immer lokale Leistungsspitzen auf. Da das Auge bereits durch kurze Exposition an einem solchen „Hotspot“ geschädigt werden kann, schreibt die Norm vor, den höchsten gemessenen Wert als Referenz zu verwenden. Ein Durchschnitt würde diese Spitzen rechnerisch verbergen und zu einer zu niedrigen und damit unsicheren Klasseneinstufung führen.
Systemintegratoren und Entwickler können gezielt wählen: Liegt ein Modul nahe am unteren Grenzwert seiner Klasse, ist der Sicherheitsabstand zur nächsten Klasse groß. Liegt es nahe am oberen Grenzwert, ist die maximale Helligkeit innerhalb dieser Klasse ausgeschöpft, ohne in eine höhere Laserklasse zu wechseln. Dies erlaubt eine präzisere, anwendungsspezifische Modulauswahl.
Z-LASER stellt die korrekte Laserklasse durch ein internes, standardisiertes und automatisiertes Prüf- und Klassifizierungsverfahren gemäß DIN EN 60825-1 sicher. Eine mehrachsige Verfahreinheit erfasst die gesamte Laserprojektion systematisch und identifiziert den höchsten Leistungswert. Der Prüfaufbau bildet dabei mit 7-mm-Blende und nachgeschalteter Sammellinse die Normbedingungen exakt ab. Eine spezielle Software ordnet den Messwert automatisch der korrekten Laserklasse zu und dokumentiert das Ergebnis nachvollziehbar.
Die alleinige Betrachtung des kritischsten Punktes ist eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen bei der Ermittlung einer Laserklasse. Der Grund dafür ist, dass das menschliche Auge bereits durch einen sehr kurzen, direkten Blick in einen Punkt mit extrem hoher Leistungsdichte Schaden nehmen kann.Eine Laserlinie ist selten perfekt homogen. Sie weist fast immer Leistungsspitzen („Hotspots“) auf. Würde man einen Durchschnittswert über die gesamte Linie bilden, könnten diese gefährlichen Spitzen rechnerisch „versteckt“ werden. Das Lasermodul würde fälschlicherweise in eine niedrigere, sicherere Laserklasse eingestuft, obwohl es lokal ein hohes Gefahrenpotenzial besitzt. Indem der absolute Maximalwert als Referenz für die Laserklasse dient, wird sichergestellt, dass die Klassifizierung die tatsächliche maximale Gefahr widerspiegelt, die vom Laser ausgeht.
Zu wissen, ob die Leistung eines Lasermoduls am oberen oder unteren Ende der Grenzwerte für seine Laserklasse liegt, bietet vor allem für Systemintegratoren und Entwickler entscheidende Vorteile:
- Bewertung des Sicherheitsspielraums: Liegt ein Modul der Laserklasse 1 nur haarscharf unter dem Grenzwert zur nächsthöheren Klasse 2, ist der Sicherheitsabstand gering. Für besonders sensible Anwendungen kann der Entwickler dann gezielt ein Modul wählen, dessen Leistung sicherer im unteren Bereich der Laserklasse 1 angesiedelt ist.
- Maximierung der Performance: Wird für eine Anwendung die maximale Helligkeit innerhalb einer bestimmten Laserklasse (z. B. Klasse 2) benötigt, kann gezielt ein Modul ausgewählt werden, das nahe am oberen Grenzwert dieser Klasse liegt. So wird die bestmögliche Sichtbarkeit erreicht, ohne in eine höhere, sicherheitskritischere Laserklasse wechseln zu müssen.
Diese Transparenz ermöglicht eine präzisere und anwendungsspezifischere Auswahl und erhöht sowohl die Sicherheit als auch die Effizienz des Gesamtsystems.
Alternative Aussage: Ja. Lasermodule von Z-Laser durchlaufen intern das Prüf- und Klassifizierungsverfahren gemäß DIN EN 60825-1 und werden entsprechend gekennzeichnet. Auf Wunsch werden auch gerne Prüfungen externer Labore angeboten.
